Rot-Weiss Essen und Energie Cottbus treffen am morgigen Sonntag (19.30 Uhr) im Stadion an der Hafenstraße aufeinander – ein echtes Spitzenspiel der 3. Liga. Beide Teams stehen bei 26 Punkten, RWE als Vierter, Energie als Zweiter. Die Ausgangslage könnte enger kaum sein, die Emotionalität eines Flutlichtabends in Essen tut ihr Übriges.
RWE-Trainer Uwe Koschinat sprach auf der Pressekonferenz von „reiner Vorfreude“ auf das Duell. Die Länderspielpause habe man optimal genutzt, vor allem der Test gegen Venlo habe gezeigt, wie breit der Kader aktuell aufgestellt sei. Bis auf Angreifer Cuber Potocnik, der sich eine Oberschenkelverletzung zuzog, kann Koschinat nahezu aus dem Vollen schöpfen. „Wir streben den vierten Heimsieg an und wollen nach diesem Spieltag definitiv einen der ersten drei Plätze belegen“, erklärte der Trainer selbstbewusst. Besonders lobte er die Entwicklung seiner Mannschaft: Die Breite des Kaders sorge dafür, „dass wir in der Art unseres Spiels und im Ergebnis unabhängiger geworden sind“.
Erwartet wird eine RWE-Elf mit Golz im Tor, davor Kostka, Rios Alonso, Kraulich und Brumme. Im Zentrum sollen Gjasula und Müsel das Spiel ordnen, in der Offensive setzen die Essener auf Obuz, Arslan, Mizuta und Safi. Ein Fragezeichen steht hinter Kraulich, der bei einer weiteren Gelben Karte ausfallen würde.
Auf der Gegenseite reist Energie Cottbus trotz großer Personalsorgen mit breiter Brust an. Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz muss auf Bethke, Hofmann und Tattermusch verzichten und bangt zudem um mehrere angeschlagene Spieler. Dennoch bleibt der Coach kämpferisch: „Wenn wir unsere Basics haben, unsere Struktur, unseren Mut und unser Verantwortungsbewusstsein, haben wir immer Argumente, Spiele zu gewinnen.“
Wollitz warnte ausdrücklich vor der Essener Umschaltstärke: „Letztes Jahr haben sie uns komplett überrascht. Sie können die Tiefe bespielen, sie haben Wucht und Rotationen auf den Außenbahnen.“ Er verwies zudem auf die Bedeutung der Hafenstraße: „Emotionalität, Leidenschaft, unglaubliche Unterstützung – das ist dort immer besonders.“ Für Energie tritt voraussichtlich eine Mannschaft mit Funk im Tor sowie Rorig, Manu, Awortwie-Grant und Lucoqui dahinter an. Im Mittelfeld werden Pelivan, Cigerci und Borgmann erwartet, vorne Engelhardt, Thiele und Butler.
Ein spezielles Thema war die ungewöhnlich späte Anstoßzeit. Wollitz kommentierte sie scharf: „Sonntagabend, 19.30 Uhr – das ist für die dritte Liga keine gute Anschlusszeit.“ Koschinat nahm die Bedingungen sportlich: „Eine schönere Situation kann es nicht geben: Topspiel, Flutlicht, volles Haus.“
Sportlich treffen zwei formstarke Teams aufeinander, die sich in der Offensive kaum verstecken. RWE vertraut auf Stabilität, Direktheit und Tempo – Energie auf Ballsicherheit und die Qualität von Topspielern wie Tolga Cigerci und Erik Engelhardt. Beide Trainer betonten, dass dieses Duell von Intensität, Konzentration und Zweikampfhärte geprägt sein werde.
Mit mehr als 16.800 verkauften Tickets, ausverkaufter Rahn-Tribüne und über 400 angekündigten Gästefans ist die Kulisse bereits vorab beeindruckend. Koschinat verspricht: „Wir brauchen eine absolute Top-Performance – aber ich sehe die Mannschaft sehr bereit.“ Für Energie ist das Ziel klar: Punkte mitnehmen und weiter oben festsetzen.
Für beide Teams geht es um viel – Tabellenplätze, Prestige und den Anschluss an die Spitzenränge. Unter Flutlicht an der Hafenstraße verspricht dieses Duell alles, was die 3. Liga ausmacht: Leidenschaft, taktische Tiefe und echte Emotionen.



