Die SpVgg Unterhaching steht erneut an der Spitze: Der Absteiger aus der 3. Liga erhält mit knapp 303.000 Euro die höchste Einzelförderung aus dem Nachwuchsfördertopf der Saison 2024/2025. Damit verteidigt der Verein aus der Münchner Vorstadt seine Führungsposition bei der Förderung junger Talente – wenn auch unterhalb des Rekordniveaus aus dem Vorjahr (760.000 Euro).
Auch Platz zwei und drei gehen an Vereine aus Bayern: Der TSV 1860 München bekommt 256.000 Euro, der FC Ingolstadt 245.000 Euro. Insgesamt profitieren 14 von 17 förderberechtigten Drittligisten von einem sechsstelligen Betrag. Zweite Mannschaften von Lizenzvereinen sind weiterhin nicht förderberechtigt.
Insgesamt schüttet der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in diesem Jahr 2,36 Millionen Euro aus dem Nachwuchsfördertopf an Drittligisten aus. Alle Summen sind offiziell bestätigt, die Auszahlung erfolgt nach Vorlage entsprechender Unterlagen durch die Vereine.
Aufstockung zur neuen Saison beschlossen
Für die kommende Spielzeit 2025/2026 kündigt der DFB eine deutliche Erhöhung des Fördervolumens auf drei Millionen Euro an. Die zwischenzeitliche Kürzung auf 2,36 Millionen Euro war auf ein strukturelles Defizit im DFB-Haushalt zurückzuführen. Die positive wirtschaftliche Entwicklung des Verbandes macht die Rückkehr zu einem höheren Niveau möglich – sogar leicht über dem früheren Jahreswert von 2,96 Millionen Euro (2018–2024).
Bemerkenswert: Während die Fördermittel in den ersten Jahren ausschließlich gemeinnützigen Zwecken dienten, dürfen die Drittligisten sie inzwischen auch für ihren wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb verwenden.
Zwei Kriterien für die Berechnung der Fördermittel
Die Verteilung der Mittel richtet sich nach zwei Hauptkriterien: dem Vorhandensein eines anerkannten Leistungszentrums sowie den Einsatzzeiten deutscher U21-Spieler in der 3. Liga. Jeder Klub mit anerkanntem Leistungszentrum erhält 100.000 Euro. Wird das Leistungszentrum im Laufe der Saison anerkannt, beträgt die Förderung 50.000 Euro. Der Rest der Fördersumme fließt auf Grundlage der Einsatzzeiten junger Talente.
In der abgelaufenen Spielzeit verfügten 14 der 17 förderberechtigten Vereine über ein Leistungszentrum – eine zentrale Voraussetzung für die Ausschüttung.
3. Liga als Talentschmiede: Rekordzahlen bei Einsatzzeiten und Nationalspielern
Die Bedeutung der 3. Liga als Sprungbrett für junge Talente wächst weiter: In der Saison 2024/2025 entfielen 30 Prozent aller Einsatzminuten auf U23-Spieler mit deutscher Staatsangehörigkeit – so viel wie nie zuvor.
Gleichzeitig standen 21 Drittligaspieler in Auswahlkadern der DFB-U-Nationalmannschaften – auch das ein neuer Rekord. Bei der U19-EM waren sieben Spieler aus der 3. Liga nominiert, darunter Said El Mala, der es sogar in die UEFA-Mannschaft des Turniers schaffte.
Nick Woltemade: „Diese Erfahrung kann ich nur empfehlen“
Ein Paradebeispiel für die Entwicklungsmöglichkeiten in der 3. Liga ist Nick Woltemade. Der Offensivspieler wurde vor zwei Jahren mit der SV Elversberg Drittligameister und Spieler der Saison. Inzwischen debütierte er in der A-Nationalmannschaft und wurde bei der U21-EM Torschützenkönig.
„Die Zeit in der 3. Liga war sehr wichtig, um Vertrauen in die eigenen Stärken zu sammeln“, erklärt Woltemade. „Für viele junge Spieler kann die 3. Liga ein sehr guter Schritt sein. Wenn du viel spielst auf hohem Niveau und Vertrauen geschenkt bekommst, bringt dich das enorm weiter. Diese Erfahrung kann ich eigentlich nur jedem weiterempfehlen.“
Die Zahlen und Beispiele zeigen: Die 3. Liga ist längst mehr als ein Durchgangsbereich – sie ist zu einem bedeutenden Baustein in der Nachwuchsförderung des deutschen Fußballs geworden.



