Ein Kommentar von Paul Kuhn
Knapp drei Wochen ist es nun her seitdem Alemannia Aachen sich von Benedetto Muzzicato trennte. Co-Trainer Ilyas Trenz übernahm interimsweise und holte überragende sechs Punkte aus zwei Partien. Er wäre sicherlich im Amt geblieben, würde ihm nicht die nötige Lizenz fehlen. Ohne diese müsste die Alemannia für jedes weitere Spiel eine Strafzahlung leisten – für finanziell angeschlagene Teams sicherlich keine gute Option.
Dementsprechend lief die Suche nach einem passenden Nachfolger weiter und mit Mersad Selimbegovic ist dieser nun gefunden. Der Bosnier startete seine Trainerkarriere im Herrenbereich 2017 als Co-Trainer von Achim Beierlorzer bei seinem langjährigen Arbeitgeber Jahn Regensburg. 2019 wechselte Beierlorzer dann nach zwei erfolgreichen Saisons zum 1.FC Köln, woraufhin Selimbegovic seinen Posten übernahm.
Beim Jahn schaffte er es ganze vier Jahre im Amt zu bleiben und holte dabei 1,15 Punkte im Schnitt. Hielt er sich in den ersten beiden Saisons noch souverän im Mittelfeld, so stürzte der Jahn im dritten Jahr bereits in den Abstiegskampf ab. Die Zweitligazeit Zeit der Regensburger endete 2023 schlussendlich mit dem Abstieg in Liga drei, Selimbegovic selbst wurde bereits drei Spieltage vor Schluss entlassen.
Im Folgejahr übernahm der Bosnier in Rostock, nachdem die Kogge zur Winterpause mit 17 Punkten auf dem Relegationsplatz stand. Hansa gab Selimbegovic das gesamte Vertrauen in der Rückrunde, er holte mit seiner Mannschaft jedoch nur 14 Punkte aus 17 Spielen und stieg als vorletzter direkt ab.
Im Sommer 2024 übernahm Selimbegovic das erste Mal ein Traineramt außerhalb von Deutschland. Der belgische Erstligaabsteiger KAS Eupen stattete ihn mit einem Zweijahresvertrag aus, das Ziel war die Rückkehr in Liga eins. 1,10 Punkte im Schnitt und Platz zehn von 16 Teams sorgten allerdings dafür, dass die Belgier sich bereits nach einer Saison von Mersad Selimbegovic trennten.
Selimbegovic passt zwar von den Charakteristiken sehr gut in das von den Aachenern gesuchte Trainerprofil, jedoch konnte er bis dato in keiner seiner Amtszeiten nachhaltigen Erfolg erzielen. Zudem sitzt ihm mit Trenz ein Co-Trainer im Nacken, welcher bei nun jeder schlechten Phase des Teams als Lösung angesehen wird, was sicherlich keine optimale Arbeitssituation darstellt.
Selimbegovic übernimmt ein intaktes Team, taktisch ist er zudem sehr flexibel und wird sich dementsprechend gut auf die Mannschaft eingestellt haben. Wir erwarten eine Alemannia mit einem intensivem Spiel gegen den Ball und dem Versuch von spielerischen Akzenten, wie es auch unter Muzzicato vorgesehen war.



