VfB Stuttgart II
Die Zweitvertretung des VfB hatte vor der Saison mit einigen schwerwiegenden Abgängen zu kämpfen. Der langjährige U19-Coach Nico Willig übernahm das Ruder und führte die Mannschaft an den ersten 4 Spieltagen zu souveränen 5 Punkten. Das Team fühlt sich mit weniger Ballbesitz grundsätzlich wohl, fängt die meisten Bälle pro Spiel in der gesamten Liga ab. Allerdings schießt nur der 1.FC Saarbrücken weniger aufs Tor als die jungen Stuttgarter.
Der Saisonstart verlief soweit mehr als ordentlich für ein Team, welches man vor der Saison durchaus zu den Abstiegskandidaten hätte zählen können. Der Anspruch wird bleiben jungen Spielern eine Chance zu geben und ein unangenehmer Gegner zu sein. Sieht man die kommenden Spiele gegen Saarbrücken, Mannheim und Köln, dürfte der VfB in allen Spielen gute Chancen auf zählbares haben.
Rot-Weiss Essen
RWE wurde vor der Saison von vielen Fans und Experten als Aufstiegskandidat betrachtet. Die starke Rückserie der vergangenen Saison und die Neuverpflichtungen, macht diese Annahme durchaus realistisch. Trainer Uwe Koschinat schaffte es eine Einheit an der Hafenstraße zu entwickeln.
So startete man beim Eröffnungsspiel gegen 1860 München fulminant rein, und war das klar bessere Team. Gegen Havelse bekam man durch ein absolutes Traumtor spät einen unnötigen Nackenschlag, in Wiesbaden spielte man defensiv bereits sehr konfus, schaffte es jedoch in der Nachspielzeit das verrückte Spiel zu gewinnen. Schlussendlich gab es gegen die Alemannia aus Aachen einen ordentlichen Dämpfer.
Die Gründe für die defensive Instabilität der letzten beiden Partien liegen für Koschinat auf der Hand. So würde sein Team einfach zu viel Risiko beim flachen Aufbau in der Dreierkette gehen, dementsprechend die vielen Ballverluste im eigenen letzten Drittel gegen Aachen. Die starke Bilanz von 8 Toren steht einer schwachen von bereits Gegentoren gegenüber. Koschinat kündigte bereits auf der Pressekonferenz nach dem Aachen Spiel an, dass man die Länderspielpause dafür nutzen werde, sich defensiv wieder zu stabilisieren durch einen anderen Aufbau.
Kurz vor Ende der Transferdeadline kam es bei RWE noch zu einem kontroversen Neuzugang. Jannik Mause, der in der Vergangenheit durch einige Verfehlungen (unteranderem gegen seinen jetzigen Arbeitgeber) auffiel, verstärkte den Angriff der Essener. Der Unruhe steht die sicherlich existierende Qualität dieses Spielers entgegen, so versäumte RWE einige Großchancen an den ersten Spieltagen.
Für RWE geht es nun zum kriselnden Regensburg, darauf folgen zwei Heimspiele gegen Osnabrück und Rostock. Drei ziemliche Herausforderungen, die möglichst erfolgreich gestaltet werden sollten, will man den Anschluss an die vorderen Ränge nicht früh verlieren.
Viktoria Köln
Durch den Abgang des langjährigen Erfolgsstrainers Uwe Janßen, kam es bei der Viktoria zu einem enormen Umbruch. Marian Wilhelm übernahm das Amt seines früheren Chefs, dementsprechend ähnlich bleibt der Ansatz der Kölner. Der Fokus liegt nach wie vor darauf möglichst viel den Ball zu haben, was sich mit einem durchschnittlichen Ballbesitzanteil von 60% beweisen lässt.
Dennoch kam es kurz vor Schluss des Transferfensters noch zu einem personellen Tiefschlag. Neuzugang Marco Pledl verletzte sich schwer am Knie, weshalb mit Frank Ronstadt (28) vom 1.FC Kaiserslautern kurzfristig ein neuer Rechtsverteidiger kam. Dazu verließ Eigengewächs Jonah Sticker noch den Verein, weshalb auch hier mit Joel Agyekum (20) noch leihweise Ersatz gefunden werden musste. Zusätzlich verpflichteten die Domstädter mit Soichiro Kozuki (24) einen Tempodribbler für die Offensive.
Die Viktoria lässt sich nicht von ihrem Weg abdrängen und es scheint erst einmal aufzugehen. Mit Aue, Hoffenheim und Stuttgart warten drei für die Allgemeinheit eher uninteressante Spiele, die aber dennoch vergleichsweise machbar erscheinen.
VfL Osnabrück
Zu Beginn ließen die Lila-Weißen noch die Durchschlagskraft in ihrer Offensive vermissen. Die Defensive steht sicher unter Neutrainer Timo Schultz. Drei Gegentore aus vier Spielen, zuletzt zwei souveräne Siege gegen Saarbrücken und Havelse. Es scheint so, als würde sich etwas entwickeln in Osnabrück.
Das freie Pokalwochenende wurde dafür genutzt um mit Robin Meißner (25) den ersehnten Stürmer zu holen. Dieser lieferte dann bereits beim 2:0 Sieg gegen Havelse, mit dem Führungstreffer. Als Offensivmacht wird man Osnabrück vorerst erstmal nicht ansehen, dennoch greifen die ersten Zahnräder langsam und es wird spannend zu beobachten, ob das Team bei den kommenden Aufgaben weiterhin so stabil bleibt.
Insbesondere mit Rostock und Essen warten zwei echte Schwergewichte auf den VfL, die viel über den mittelfristigen Verlauf der Saison aussagen könnten.
SV Waldhof Mannheim
Beobachten wir bei den meisten Teams nach Saisonbeginn meist noch 1-2 Additionen in bestimmten Mannschaftsteilen, so wurde beim SV Waldhof nach zwei Spielen direkt die wichtigste sportliche Position neu besetzt. Dominik Glawogger, vor der Saison erst von seinem bestehenden Vertrag aus Regensburg losgeeist, musste nach einem Punkt aus zwei Spielen gehen und wurde durch den luxemburgischen Nationaltrainer Luc Holtz ersetzt.
Dieser kehrte zur in der Vergangenheit bereits ordentlich funktionierenden Mittelfeldraute zurück, was sich direkt in positive Ergebnisse umschlug. So gewann das Team verdient in Köln und Ulm, zusätzlich konnten mit Torhüter Thijmen Nijhuis (27) und Stürmer Masca (25) noch wertvolle Verstärkungen verpflichtet werden.
Der Waldhof scheint in der Lage, nach zwei anstrengenden Saisons im Abstiegskampf nun in der Lage, wieder eine sorgenfreie Saison zu spielen. Die zwei folgenden Heimspiele gegen Cottbus und den VfB II bieten eine perfekte Gelegenheit, eine kleine Euphorie in Mannheim zu entwickeln.



