Bekanntermaßen findet nach wenigen Spieltagen die erste Länderspielpause statt. Ein passender Zeitpunkt also, um sich den bisherigen Verlauf dieser Drittligasaison mal anzusehen.
Wie starteten die Teams? Wo wurde noch nachjustiert? Wie könnten die nächsten Wochen aussehen? Alles Fragen über die wir uns nun mal einen Überblick verschaffen werden.
1.FC Schweinfurt
Nach vier Spielen auf dem letzten Platz steht der Aufsteiger aus Schweinfurt. Die „Schnüdel“ sind zudem als einziges Team der Liga noch ohne einen einzigen Punkt, in diesem Fall sogar ohne ein erzieltes Tor. Das vergangene Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden zeigte auf, man kann spielerisch durchaus mithalten, es fehlt jedoch an Qualität.
Die Chancenverwertung ist sehr schwach bis dato, die Abwehr hat in jedem Spiel ihre Unkonzentriertheiten, etablierte Spieler aus der Aufstiegsmannschaft enttäuschen bisher… Den Start in das Abenteuer Liga drei hat man sich in Schweinfurt wohl ganz anders vorgestellt. Kurz vor Ende der der Deadline kam mit Ekin Celebi (25) noch ein Linksverteidiger per Leihe aus Essen. Dort spielte bisher vor Allem Neuzugang Pius Krätschmer, welcher allerdings flexibel einsetzbar ist und auch im Zentrum der Verteidigung oder auf der Sechs zum Einsatz kommen könnte.
Kommende Woche spielt das Team von Trainer Victor Kleinhenz im Landespokal bei Viktoria Aschaffenburg. Sicherlich ein Spiel welches man als Mutmacher benutzen sollte, bevor es in die englische Woche geht. Insbesondere das kommende Spiel in Ingolstadt darf als elementar bezeichnet werden, so starteten die „Schanzer“ ebenfalls schlecht und warten auf ihren ersten Sieg. Die darauffolgenden Spiele gegen den Spitzenreiter aus Duisburg und Freitagsabends beim ambitionierten 1.FC Saarbrücken werden ziemlich schwierig und die Gefahr besteht, dass der 1.FC Schweinfurt 05 bereits frühzeitig den Anschluss verliert.
TSV Havelse
Auf dem vorletzten Platz steht nach vier absolvierten Spielen mit dem TSV Havelse ebenfalls ein Aufsteiger. Der Stadtteilclub aus Garbsen konnte immerhin zwei Punkte holen. Ein beachtliches Ergebnis, hängt man doch vor Allem finanziell im ligavergleich weit hinterher. Sportdirektor und gleichzeitig spielender Rechtsverteidiger Florian Riedel verpflichtete nach Ligastart einen weiteren Akteur mit Arlind Rexhepi (22).
Rexhepi kommt per Leihe aus Mannheim, war bereits vergangene Rückrunde an die Stuttgarter Kickers verliehen, konnte in seinen acht Einsätzen allerdings wenig überzeugen. Auch in Havelse wird er sich im 5-3-2 System von Trainer Samir Ferchichi vermutlich erstmal über Jokereinsätze für die Startelf empfehlen müssen.
Nach der unglücklichen Vorbereitung konnte sich der TSV ordentlich präsentieren in den ersten Spielen, spielte allerdings ziemlich glücklich Unentschieden gegen Rot-Weiß Essen und unterlag zuletzt zweimal verdient gegen Aue und Osnabrück. Diese beiden Spiele offenbarten zudem enorme schwächen bei gegnerischen Flanken, ansonsten steht die Gegentorskala erst bei 5. Das kommende Programm wird allerdings schwierig, so geht es nach München, darauf folgt ein Heimspiel gegen den FC Ingolstadt und zum Ende der englischen Woche spielt Havelse zuhause gegen den MSV Duisburg.
Es bleibt also abzuwarten, die Erfolgsaussichten in den nächsten Wochen dürften als eher gering einzuschätzen sein.
SSV Ulm
Überraschend schlecht startete der Zweitligaabsteiger SSV Ulm in die Saison. Das Team von Robert Lechleiter konnte aus vier absolvierten Spielen lediglich eins gewinnen, und ging dreimal sogar als Verlierer vom Platz. Auch hier werden die Gründe schnell offensichtlich. Trotz zahlreicher Großchancen erst vier erzielte Tore, dazu bereits sieben Gegentore. Die Chancenverwertung hakt und die Defensive ist insbesondere nach dem Wegfall von Identifikationsfigur Johannes Reichert instabil. Zudem kann man mit gerade einmal 9.3 erfolgreichen Dribblings pro Partie die wenigsten der Liga aufbieten. Es fehlt also noch an wirklich starken 1 gegen 1 Momenten in der gegnerischen Hälfte.
Dementsprechend griff man auf dem Markt noch zu, verpflichtete drei Spieler nach Ligastart. Als Direktersatz für Reichert kam mit Marcel Seegert (31) ein sehr erfahrener Spieler, der zudem jahrelang Kapitän vom SV Waldhof Mannheim war. Mit Jonas David (25) kam ein spielstarker Innenverteidiger aus Tirol und am Deadline-Day holte man noch Dominik Martinovic (28) aus Essen. Dieser ist ein sehr wendiger Stürmer, der gut in die Ulmer Doppelspitze passen dürfte. Der Wechsel von Fabian Schleusener nach Ulm zerschlug sich in letzter Minute, da der Karlsruher SC keinen Ersatz mehr bekam. Schleusener wäre für die bisher schwache Offensive eine immense Verstärkung gewesen.
Die kommenden Aufgaben sind ziemlich herausfordernd. So geht es für die Spatzen nun nach Aachen und nach Saarbrücken, zwei sehr schwierige Auswärtsspiele. Daraufhin folgt das Duell gegen Mitabsteiger Jahn Regensburg zuhause. Sollte man aus diesen schweren Spielen erneut mit wenig Ertrag kommen, so dürfte es allmählig knapp werden für Trainer Robert Lechleiter. Dennoch gilt es erst einmal abzuwarten, insbesondere da man sich kurz vor Transferende noch einmal verstärkt hat.
FC Ingolstadt 04
Ebenfalls weit unter seinen Möglichkeiten bleibt bisher der FCI. Die Schanzer konnten aus ihren ersten vier Spielen lediglich drei Punkte sammeln. Ein Sieg gelang dabei noch nicht. Dennoch lieferte man insbesondere in den vergangenen beiden Partien gegen Hansa Rostock und Energie Cottbus durchaus ansprechende Leistungen ab.
Die Bilanz von vier erzielten Toren zeigt, dass auch hier die Chancenverwertung einfach noch nicht sitzt. Die Mannschaft gibt mit 16 Schüssen pro Spiel die fünft meisten Schüsse pro Partie ab. Die Mannschaft scheint offensiv im 4-1-4-1 in der Lage sich Chancen rauszuspielen. Defensiv gibt es auch nicht allzu viel Grund zur Sorge. Fünf Gegentore nach vier Spielen ist die Bilanz, was ligaweit als durchschnittlich betrachtet werden kann.
Anders als die drei vorangegangenen Mannschaften justierte der FCI nicht mehr nach. Man scheint dem Kader inklusive Trainerin Sabrina Wittmann zu vertrauen. Die kommenden beiden Spiele dürften auch als perfekte Gelegenheit gesehen werden den Bock umzustoßen. So geht es gegen die beiden Aufsteiger aus Schweinfurt und Havelse, mit dem spielerischen Potenzial des FCI sollten diese Spiele sicherlich erfolgreich gestaltet werden können.
SC Verl
Mit neuem Trainer aber alter Spielweise startete der SC Verl in die neue Saison. Unter Tobias Strobl gelang trotz ordentlicher Auftritte allerdings bisher kein Sieg. Auf dem Papier scheint auch hier die größte Sorge klar: Die Defensive kassierte bereits acht Gegentore. Zudem hat die Mannschaft bereits zwei Platzverweise zu verzeichnen, einen verschossenen Elfmeter, es läuft also ziemlich viel gegen den SC Verl. Zudem fängt man die zweitwenigsten Bälle des Gegners ab, was allerdings natürlich auch mit dem vielen Ballbesitz des SC Verl zu tun hat.
Mit dem Ball scheint das Konzept bisher ziemlich gut aufzugehen. So hat man im Durchschnitt den meisten Ballbesitz der Liga, die meisten angekommenen Pässe, gibt die drittmeisten Schüsse ab und hat die sechstmeisten erfolgreichen Dribblings zu verzeichnen. Die Offensive rund um Dreh- und Angelpunkt Berkan Taz weiß also bisher zu überzeugen.
Anders als in Ingolstadt oder Ulm dürfte es keinen wirklichen Erfolgsdruck in Verl geben. Dementsprechend entspannt kann man auf dem bereits gezeigten aufbauen und versuchen beim starken Aufsteiger aus Hoffenheim erstmalig dreifach zu Punkten. Auch die beiden Heimspiele darauf gegen Aachen und Cottbus versprechen interessante Spiele zu werden, bei denen für den SC Verl sicherlich etwas drin sein wird.



